Grundprinzipien III: Ordnung halten

2010
04.12

Die schwierigste Sache überhaupt – den Zustand der Ordnung erhalten. Weil man nicht jeden Tag hinter sich herräumen will. Weil man einen anstrengenden Tag hatte. Weil gerade andere Dinge wichtiger sind. Es gibt 100 000 Gründe warum man gerade nicht aufräumen will. Den inneren Schweinehund bekämpft man auch hier nicht von heute auf morgen. Um eine schlechte Angewohnheit abzulegen und mit einer neuen, tollen zu ersetzen, braucht man etwa 30 Tage. Wenn man die durchgehalten hat, dann ist einem das Neue, Ungewohnte in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn man es also schafft, 30 Tage lang diszipliniert Ordnung zu halten, ist das einem danach so zur Routine geworden, dass es einem nicht mehr schwer fällt. Man macht es einfach ohne darüber nachzudenken.

Außer der eigenen Disziplin gibt es aber auch Tricks, die einem die neue Angewohnheit einfach machen. Zum Beispiel nimmt man sich im Überschwang der Motivation viel zu viel vor, scheitert, fühlt sich mies, und das Chaos hält wieder Einzug. Es ist sinnvoller, sich nur eine Sache vorzunehmen, diese zu etablieren und erst wenn sie sitzt mit etwas Neuem anzufangen. So dauert es zwar länger, bis man das finale Ziel erreicht hat, aber dafür sind die Erfolgserlebnisse auch häufiger. Einige mögliche neue Angewohnheiten die mit dieser Methode etabliert werden können sind Dinge die man jeden Tag macht. Wie zum Beispiel:

  • Jeden Abend Abspülen und die Küche sauber aufräumen
  • Bevor man ins Bett geht alle herumliegenden Kleidungsstücke einsammeln und versorgen
  • Nach dem man fertig ist mit Arbeiten den Schreibtisch aufräumen

Eine weitere Möglichkeit die eigene Disziplin zu unterstützen, ist das Einführen eines Wochenplanes. An jedem Tag gibt es einige wenige bestimmte Tätigkeiten auszuführen wie zum Beispiel Staubsaugen, Bad putzen, etc. So muss man sich nicht selbst daran erinnern sondern nur drauf gucken und erledigen. Innerhalb einer Woche hat man alles ein- oder zweimal getan und die Wohnung hat sich wie von selbst geputzt und aufgeräumt. Aufgaben, die sich mit dieser Methode gut koordinieren lassen, sind:

  • Staubsaugen
  • Klo putzen
  • Wäsche waschen
  • Blumen gießen ((Für alle die das gerne vergessen…))
  • Eingangsfächer im Homeoffice leeren
  • alle Oberflächen leer räumen und abstauben

Nicht jeder hat Zeit oder Lust nach einem anstrengenden Tag noch ein bisschen Hausputz zu erledigen. Statt all die Aufgaben über eine Woche zu verteilen, kann man stattdessen einen festen Putztag einrichten. An dem muss man dann zwar ein bisschen mehr arbeiten, als wenn man jeden Tag etwas machen würde, aber letztlich geht es darum, regelmäßig aufzuräumen und zu putzen.

Und wenn es dann einmal mit der Disziplin doch nicht geklappt hat: Nicht sich selber fertig machen. Es bringt nichts mit sich zu hadern und unzufrieden zu sein. Lieber genau prüfen, woran es gelegen hat dass es nicht funktioniert hat, und noch einmal probieren. Nichts ist unmöglich.

Zusammenfassung:

  • Eine neue Angewohnheit braucht 30 Tage, bis sie sich eingenistet hat
  • Sich eine Sache nach der anderen vornehmen, und nicht alles auf einmal
  • Die nächste neue Angewohnheit erst einführen wenn die aktuelle sitzt
  • Zur Unterstützung der eigenen Disziplin einen Putzplan oder einen festen Putztag einrichten
  • Nicht verzweifeln und hadern, wenn die guten Vorsätze nicht funktionieren, sondern neu probieren

Grundprinzipien II: Von der Ordnung

2010
04.10

Hat man nun alles Überflüssige entsorgt stellt sich die Frage, wie und nach welchen Kriterien man das Übriggebliebene sortiert. Letztlich hängt das sehr davon ab, was es ist und wie oft man die Sachen braucht. Es gibt allerdings vier allgemeine Leitlinien.

1. Gleiches zu gleichem
Wenn man alle Dinge einer Gattung (wie zum Beispiel alle Putzmittel und Putzgeräte) versammelt und übersichtlich verräumt, spart man sich Herumgerenne und Gesuche. Diese Methode hat zudem den Vorteil, dass auch alle anderen Haushaltsmitglieder die Chance haben zu wissen wo sich etwas befindet.

2. Jedes Ding braucht ein Zuhause
All diese Tricks nützen jedoch nichts, wenn die Dinge die man aufräumen möchte, kein Zuhause haben. Man legt sie von da nach dort, und dann wieder woanders hin, dann kriegen die Dinge Junge und schon hat man einen neuen Chaos-Infektionsherd, der sich ganz schnell ausbreitet. Jedes Ding braucht einen Ort, an den es gehört. Hat es den nicht, muss man den entweder schaffen oder das Ding wegschmeißen.

3. Häufig Benötigtes gut zugänglich machen
Aus den Augen, aus dem Sinn – und wenn man erst den halben Schrank ausräumen muss, um an irgendwas heranzukommen, lässt man es oft lieber sein. Oder räumt es auch nicht wieder weg. Deswegen all das was man oft benutzt so aufräumen, dass es gut zugänglich und auch dort ist, wo man es braucht. Kochlöffel zum Beispiel in einen Behälter neben den Herd stellen, und nicht in einer Schublade auf der anderen Seite der Küche verstecken.

4. Weniger ist mehr
Gerade bei Dingen die offen herumstehen und nicht hinter Schranktüren verschwinden, kann ein Zuviel oft den Eindruck von Unordnung erwecken. Lieber nur ein, zwei schöne Dinge hinstellen und dafür öfter wechseln. So langweilt sich das Auge nicht, und es schaut nicht überfüllt aus.

Grundprinzipien I: Entrümpeln, Ausmisten & Co

2010
04.09

Unordnung entsteht meistens durch ein Zuviel an Dingen und ein Zuwenig an Platz um diese zu beherbergen. Um dieses Problem zu lösen gibt es zwei Möglichkeiten. In eine größere Wohnung ziehen – oder Ausmisten. Da Umziehen bei den meisten keine machbare Option ist, bleibt nur das Ausmisten.

Ausmisten bedeutet: Dinge wegschmeißen, verschenken, loswerden. Und damit tun sich viele sehr schwer. Im Kopf sagt eine leise Stimme:

Man könnte das Teil ja noch einmal gebrauchen.

Die Hose ist doch noch gut, vielleicht zieh ich die mal wieder an…

Das Erbstück von Tante Frieda – hässlich wie die Nacht, aber das kann ich doch nicht weggeben!!!

Diese Stimme sorgt dafür, dass wir eine ganze Menge an Gegenständen in unseren Haushalten haben, die wir zwar nicht benutzen, die möglicherweise sogar kaputt sind, aber die wir trotzdem nicht wegschmeißen. Diese Stimme gilt es mundtot zu machen. Da hilft kein Oropax, sondern nur der eigene Wille. Mit den besten Vorsätzen nimmt man sich 3 große Kisten oder Kartons. In den einen Karton kommen die Dinge, die man behalten möchte. Wer es ganz ernst meint, nimmt einen kleineren Karton als die anderen beiden, man will ja schließlich hinterher weniger haben. In den zweiten Karton kommen die Dinge, bei denen man sich nicht sicher ist. Und in den dritten und letzen Karton kommen schließlich die Dinge, die man wegschmeißen möchte. Der ist am besten ganz groß – da soll ja am meisten rein.

Ist das Projekt, welches man entrümpeln möchte, eine größere Angelegenheit, unterteilt man es in kleinere Abschnitte. Von groß nach klein vorgehen: Wohnung – Zimmer – Schrank/Regal/Kommode – Fach/Schublade/etc… Dadurch zerbricht man den ganzen großen Berg an Unordnung in kleine, machbare Teile, die einen dann auch nicht mehr unmotivieren. Steht man nun vor dem Abschnitt, den man von unnützen Dingen erleichtern möchte, fängt man damit an, dass man alles was dort drin ist, heraus räumt. Hat man das getan, kann man nämlich auch gleich dort Staubwischen/Putzen. Das hat den Vorteil, dass beim Wiedereinräumen schon alles sauber ist. Dann nimmt man sich den Berg an ausgeräumten Teilen und sortiert den in die drei Kartons. Alles was irgendwie kaputt ist, kommt ohne großes Überlegen in die Wegschmeißen-Kiste!

Anschließend kann man das was in der “Behalten”-Kiste drin ist, zurück räumen. Die Kiste mit den Sachen bei denen man sich unsicher ist, kriegt einen Deckel auf den das Datum geschrieben wird und wird anschließend in den Keller gestellt. Weiß man in 3 Monaten nicht mehr was drin ist, wird sie ungeöffnet (!!!) weggeschmissen. Unter keinen Umständen wieder aufmachen, sonst fängt der Teufelskreis wieder von Vorne an. Wenn man allerdings noch weiß was drin ist, muss man sich überlegen, was man mit den Dingen tut. Behalten oder sie endgültig wegwerfen. Den Karton mit den Dingen die man ganz sicher nicht mehr haben will, entsorgt man gleich.

Zusammenfassung:

Schritt 1: Sich 3 große Kisten oder Kartons beschaffen: die “Behalten”-Kiste, die “Unentschlossen”-Kiste und die “Wegwerfen”-Kiste.

Schritt 2: Das Projekt in kleine, machbare Abschnitte unterteilen, die man dann nach und nach abarbeitet.

Schritt 3: Die Abschnitte mit Hilfe der drei Kisten ausräumen und entrümpeln.

da bin ich wieder

2010
04.08

Es war verdammt lange still hier, im Aufräumblog. Zwei lange Jahre, oh je. Aber manchmal müssen Dinge in Ordnung gebracht werden, die so wichtig sind dass eben andere, weniger wichtige Dinge unter den Tisch fallen. Wie eben das Aufräumblog.

Nachdem ich kürzlich meinen Webspace gründlich unter die Lupe genommen habe und dort auch aufgeräumt habe, fand ich ganz unten das Aufräumblog. Ich habe es von allen Seiten begutachtet, den Staub abgewischt und bin der Meinung es ist immernoch brauchbar. Deswegen werde ich hier nach und nach die alten Einträge von damals neu posten, natürlich nicht ohne sie vorher nochmal zu editieren. Denn auch wenn ich in den letzten zwei Jahren nicht über das Aufräumen geschrieben habe – mich damit beschäftigt habe ich mich auf jeden Fall. Was natürlich auch zu neuen Erkenntnissen geführt hat.

Wenn es noch Leser von damals hat – Yay! Schön das ihr noch dabei seid. Gemeinsam ziehe ich mit euch wieder in die täglichen Aufräumschlachten.

Warum überhaupt aufräumen?

2010
04.07

“Wer aufräumt, ist nur zu faul zum Suchen.” lautet ein bekanntes Sprichwort. Unterschwellig vermittelt es, dass diejenigen die all ihre Sachen in Ordnung halten und immer wissen, wo sich was befindet, die eigentlichen Faulen sind, und nicht die, die munter alles aufeinander stapeln und erstmal eine Stunde suchen müssen um zu finden, was sie suchen. Warum sich also die Mühe machen, ständig hinter sich herzuräumen – und womöglich auch noch hinter weiteren Haushaltsmitgliedern? Es gibt drei gute Gründe diesen niemals endenden Kampf gegen die Unordnung aufzunehmen.

1. Weniger Stress
Es kommt unerwarteter Besuch? Wo war noch einmal dieses wichtige Dokument? Wo habe ich jetzt schon wieder meinen Hausschlüssel hingelegt? All diese Fragen können bei großer Unordnung zu Schweißausbrüchen und Hektik führen. Zusätzlich dazu gesellt sich oft ein schlechtes Gewissen, weil man weiß, dass es auch anders gehen könnte. Hat man es einmal geschafft, einen gewissen Grad an Ordnung zu erhalten, kann einen auch der unerwartete Besuch nicht mehr schrecken, denn man braucht nur noch 5 Minuten und keine 2 Stunden, um das Wohnzimmer vorführbar zu bekommen. Hat man einmal all seine Dokumente sortiert und ordentlich in beschrifteten Ordnern abgeheftet, ist die Suche nach dem wichtigen Papier im Handumdrehen erledigt. Und der Hausschlüssel verschwindet auch nicht mehr in einem Haufen anderer Dinge, weil er nun seinen festen Platz hat – und die Haufen verschwunden sind.

2. Ordnung ist gesünder
Viele unterschätzen die gesundheitlichen Gefahren die von Unordnung ausgehen. Zuviel Hausstaub kann Allergien auslösen, Bakterien, die auf gammeligen Flächen in Badezimmer und Küche leben, können ernsthaft krank machen. Doch um diesen Krankheitserregern beizukommen, muss man regelmäßig putzen – und das wiederum geht nur, wenn es aufgeräumt ist. Allerdings nicht nur diese unsichtbaren Gefahren lauern in der Unordnung – man kann auch einfach nur mit dem Fuss irgendwo hängen bleiben und sich bei einem Sturz schwer verletzen. Ordnung ist also gut für Leib und Leben.

3. Ordnung ist schöner
Herumliegende Kleidungsstücke, dreckiges Geschirr in der Spüle, Papierstapel auf dem Schreibtisch – all das schaut nicht sehr schön aus. In einer aufgeräumten, ordentlichen Wohnung lenkt kein Chaos von den wirklich schönen Stücken wie Fotos, einer kostbare Vase oder den Antiquitäten von Oma ab.

Die wenigsten Menschen sind von sich aus ordentlich. Aber Ordnung halten kann man lernen – ich selbst war einst ein ziemlich hoffnungslos chaotischer Fall. Auch heute noch kommt die Unordnung gelegentlich wie ein Monster über mich und meine Wohnung. Doch heute weiß ich, wie gemütlich meine Wohnung ist, wenn sie aufgeräumt ist. Und ich habe keine Stressattacken mehr, wenn mich jemand besuchen kommen will. Wie man sich selbst und seinen inneren Schweinehund überlistet wird ein durchgehendes Thema in diesem Blog sein.